Stellungnahme der Studentenschaft zum Schreiben des Rektors vom 09. 02. 2011 „Leihe von Ausstellungstechnik und anderem Hochschulinventar“

Stellungnahme der Studentenschaft
zum Schreiben des Rektors vom 09. 02. 2011
„Leihe von Ausstellungstechnik und anderem Hochschulinventar“

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Studierende,

hiermit nimmt der Studentenrat der HfBK Dresden Stellung zu ihrem Schreiben vom 09. 02. 2011. In diesem teilten Sie uns ihre Entscheidung mit, die Sie im Einvernehmen mit dem Kanzler getroffen haben: Ab sofort wird die Hochschule keine Ausstellungstechnik/ Inventar mehr für externe Veranstaltungen der Studenten verleihen. Das bedeutet, dass die Studenten keine Möglichkeit mehr haben u. a. Bilderrahmen, Vitrinen, Monitore, DVD und Blue-Ray Player, Sockel, Stühle, Beleuchtungstechnik, Lautsprecherboxen, Beamer, Leinwände etc. für Ausstellungen, die nicht von der HfBK Dresden getragen werden, zu leihen.

Im folgenden beziehen wir uns auf die Argumente die dieser Entscheidung zu Grunde liegen.

Wir als Studentenschaft sehen die Ausstellungen, an denen Studenten ausserhalb der Hochschule teilnehmen, in direktem Zusammenhang und als wesentlichen Bestandteil der Lehre an. Externe Ausstellungen werden von vielen Professoren des FB I angeregt, besucht und auch in Konsultationen besprochen und fliessen somit direkt in die Lehre ein. Die Ausstellungen sind demnach nicht als private Veranstaltungen der Studenten einzuschätzen, sondern als förderungswürdige Teil der Lehre. Weiterhin trägt die HfBK Dresden mit diesem Engagement nicht unerheblich zur Belebung der lokalen Kultur- und Ausstellungslandschaft bei.

Eine Absicherung der geliehen Geräte/ Inventar gegen Beschädigung, Zerstörung oder Verlust wurde bis jetzt durch die Zahlung einer Kaution und den Abschluss einer Versicherung abgedeckt. Eine gebrauchsbedingte Abnutzung ist kein Grund für die Einstellung der Ausleihe! Bezüglich ihres Beispiels, das Flachbildschirme unter den Armen getragen werden und dadurch kaputt gehen, decken sich die Erfahrungen nicht mit denen, die wir als Studenten in den Fachklassen, Medien- und Videowerkstatt machen. Dort wird teilweise wesentlich empfindlichere und komplexere Technik verliehen. Viele Geräte auch seit Jahren und haben bis auf normale Abnutzungserscheinungen keine Schäden. Hier funktioniert die Leihe sogar ohne Kaution und Versicherung. Die Anschaffungs- und Betriebskosten sollten dem der Veranstaltungstechnik in nichts nachstehen. Einen Kurs zur fachgerechten Nutzung der Ausstellungstechnik/ Inventar wäre an dieser Stelle als wünschenswert und als sinnvoll zu erachten.

Ihre Überlegung die Verantwortung für den Verleih von Ausstellungstechnik/ Inventar an die Studentenschaft zu übertragen, schätzen wir als unzumutbar ein. Mit dem uns zur Verfügung stehenden finanziellen Rahmen fördern wir bereits die Werbekosten für interne und externe Ausstellungen und haben leider keine weiteren finanziellen Möglichkeiten. Die Einrichtung eines entsprechenden Technik-Pools übersteigt in hohem Maße unser Budget, welches im übrigen nicht mit dem eines Stura der grossen Technischen Universitäten in Dresden oder Leipzig vergleichbar ist. Mit Verweis auf den Anhang 1 (Materialbestandsliste des Stura der TU Dresden), sehen wir auch eine Zusammenarbeit mit dem Stura der TU Dresden als unrealisierbar an, da dessen Leihangebot den Bedürfnissen der Studierendenschaft der HfBK Dresden bezüglich Ausstellungstechnik nicht gerecht werden kann. Eine Nutzung der vorhanden Materialien ist ohnehin bereits jetzt möglich.

Selbstverständlich kommen wir ihrer Bitte nach ihre Entscheidung der Studierendenschaft bekannt zu machen. Wir als Vertreter der Studentenschaft möchten allerdings nochmals betonen, dass wir diese als erhebliche Minderung der Qualität der Ausbildung empfinden und die genannten Vorschläge als unzumutbar einschätzen.

Wir fordern Sie dazu auf diese Entscheidung noch einmal zu überdenken und zur Diskussion zu stellen. Es geht um die Qualität der Ausbildung und das Niveau der Absolventen unserer Hochschule! Ohne entsprechende Unterstützung mit Ausstellungstechnik/ Inventar werden viele gute und wichtige Chancen vergeben.

1 comment:

  1. Franziska Angermann

    NICHT NUR DIE PRALINE WAR VERGÄNGLICH

    Beim Lesen der Erklärung fühlte ich mich an einen Tag im Oktober 2005 erinnert. Alle Erstsemestler trafen sich in der Aula der Güntzstraße. Der Rektor sprach. Uns wurden kleine weiße Pappschachteln übergeben. Darin enthalten: Die Zitronenpresse als Schokominiatur – eine geriffelte Praline mit goldener Spitze. Die Übergabe stellte den Höhepunkt eines Initiationsritus dar, der uns die weitgeöffneten Arme der HfbK Dresden demonstrieren sollte.
    In seiner Rede betonte der Rektor nicht nur die Bedeutsamkeit unserer Aktivitäten innerhalb der HfbK sondern auch Gewicht und Wert unserer aktiven Teilhabe am kulturellen Leben der Stadt Dresden. Die Nuancierung dieser Aussage habe ich gut im Gedächtnis behalten.
    Ist nun dieser Beschluss nicht symptomatisch für die Vorgänge des Apparates HfbK? Der sprichwörtliche Ast an dem selbst gesägt wird? Sprechen, soweit mir zugetragen wurde, rückläufige Bewerberzahlen im FB I nicht eine sehr konkrete Sprache? Zumindest scheinen annähernd sechs Jahre eine lange Zeit zu sein. Lang genug um unglaubwürdig zu werden.
    Ich fordere alle Studentinnen und Studenten, die ihre Praline noch nicht gegessen haben auf, diese beim Kanzler oder Rektor abzugeben. Solange augenscheinlich über unsere Köpfe hinweg und nicht Konsens orientiert entschieden wird, bedarf es keiner symbolischen Teilhabe, keiner Sprache der Praline. So obsolet wie die wohl mittlerweile mindestens ergraute Patina der Bitterschokoladenhülle erscheint mir bei solchen Alleingängen einiger wenigen Entscheidungsträger der Inhalt der erwähnten Einführungsrede. Übrigens ist eine Bestellung der Zitronenpressenpraline über die Homepage der HfbK (Service/Publikationen) nicht mehr möglich: Die Adresse ist ungültig.

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