Ringerperformance

Das Ringen als Spiel, Sport und Körperkultur ist so alt wie die Menschheit und gehört zu den wenigen Sportarten,(Schwimmen, Laufen) die ohne Hilfsgegenstände (wie Ball, Schläger, komplizierte Kleidungen) ausführbar sind. Der Kampf spielt sich in einem einfachen offenen Raum ab. Von einem Kämpfer werden die gesamten natürlichen Eigenschaften abverlangt und auf die Probe gestellt: Seine Kraft, seine kombinatorischen Fähigkeiten, seine plastische und räumliche Sensibilität, seine Dynamik und Statik, Beweglichkeit und Intelligenz.

Das Ziel ist, den Gegner zu schultern. Wenn er das nicht schafft, müssen intensivere Aktionen seine Überlegenheit beweisen. Das Besondere des Ringens besteht darin, dass – wie sonst nur beim Liebesakt – hier der enge Körperkontakt innerhalb der gesamten menschlichen Kontakt- und Berührungskultur erlaubt ist. (In anderen Kampfsportarten, wie Judo oder Boxen isolieren die Bekleidungstücke oder Boxhandschuhe die Kämpfer voneinander.)

Während des Kampfes der Ringer umarmt dieser seinen Gegner. Er fühlt dessen Energie, die Härte der Knochen, die Kraft der Muskeln. Er hört den Herzschlag des Gegners, die Töne der Gelenkbewegungen, sowie seine Atmung. Er sieht in den gegnerischen Augen Entschiedenheit, Zweifel oder Angst. Er spürt die Körperwärme des Gegners. In diesen, für die Sinnesorgane sehr intensiven Momenten bilden die zwei kämpfenden Körper komplizierte räumliche plastische Formen – die Körper sind die formbildenden Elemente.
Sehr klar offenbart sich die Intelligenz des Körpers, dessen Möglichkeiten und auch Begrenzungen.

Die Ringer kämpfen nach ihren Fähigkeiten und während des Ringens entsteht ein Statusunterschied zwischen ihnen. Die Spannung des Kampfes besteht darin, dass die Ringer Zweifel haben, was den Ausgang des Kampfes betrifft. Am Anfang sind sie noch potentiell gleichrangige Gegner. Aber am Ende gibt es einen Gewinner und einen Verlierer.

In meiner Veranstaltung reflektiere ich auf die Besonderheit des menschliche Körpers und des Ringens.
(Sándor Dóró)
31.05.2011
Senatssaal- Brühlsche Terasse 1 /// 18.00
Zuschauerbegrenzung: 100 Personen

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