Mal schauen! Laien wählen Kunstwerke aus dem Depot

Ein Ausstellungsprojekt des Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, und der Künstlerin Janet Grau in Zusammenarbeit mit Bürgern der Stadt Dresden und dem riesa efau/Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst Dresden

Der Kunstfonds beschreitet im Bestreben, seine Sammlung dem Publikum zu öffnen, gern experimentelle und ungewöhnliche Wege. Ein Beispiel dafür ist die 2007 begründete Reihe „Schaudepot“. Dieses Format inspirierte auch die in Dresden lebende amerikanische Künstlerin Janet Grau, für deren künstlerische Arbeit der letzten Jahre unter anderem die Einbeziehung von Laien charakteristisch ist. „Die Sammlung ist öffentlich, also gehört sie uns. Mal schauen, was wir haben!“ – ausgehend von dieser Idee waren Menschen, die sonst nicht (zumindest beruflich) mit Kunst zu tun haben, eingeladen, Kunstwerke aus dem Depot des Kunstfonds auswählen. Zusammen mit jeder der schließlich fünf unterschiedlichen Gruppen von Bürgern entwickelte Janet Grau eine Fragestellung, die den konkreten Wünschen und Erwartungen der Beteiligten an Kunst und an die Sammlung entsprach. Daraufhin wählte jede der Teilnehmergruppen im Depot Kunstwerke aus und entwickelte eine eigene Ausstellungsidee, die einen Teil der fast neunzig Kunstwerke umfassenden Gesamtpräsentation bilden würde. Hier kuratierten also Laien, die somit an einem Prozess aktiv beteiligt waren, der sonst der Museumsarbeit vorbehalten ist. Interessant war dabei vor allem die Frage, welche Vorstellungen von Kunst an diese öffentliche Sammlung herangetragen wurden und inwiefern jene die Erwartungshaltung des Publikums erfüllen konnte. Die Teilnehmer werden auch an der Vermittlung der Ausstellung mitwirken. Überdies gibt es ein museumspädagogisches Angebot.

Es ist das erste Ausstellungsprojekt des Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden in Zusammenarbeit mit dem riesa efau/Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst, das die bereits seit 2007 im Rahmen der jährlichen Videoprojekte erfolgreich stattfindende Zusammenarbeit ergänzt.

Kurzbiografie Janet Grau

Die Künstlerin Janet Grau, geboren 1964 in Cleveland, Ohio/USA, und seit 1999 in Dresden lebend, arbeitet überwiegend im Bereich der Performance- und Konzeptkunst, wobei sie häufig auf die Medien Video, Fotografie und Installation zurückgreift. Charakteristisch für die Projekte vor allem der letzten Jahre ist auch die Einbindung von Laien und Publikum.

Der Kunstfonds arbeitete bereits 2003 das erste Mal mit Janet Grau zusammen, wobei das Interimsdepot der Sammlung Drehort für die Aufnahmen zum Videoprojekt „Rückblick / Re-Viewing“ war. Diese Videoarbeit gehört inzwischen ebenfalls in die Sammlung, sie wurde 2005 über die Förderankäufe für den Kunstfonds erworben.

Jüngste Projekte (Auswahl):

  • 2011    Arbeit mit Pirnaer Gymnasiasten an dem Videoprojekt „Mein lieber Schwan“ für die kommende Sonderausstellung des Richard Wagner Museums imn Graupa zum Lohengrin
  • 2010      „Seit ich ihn gesehen – Reflexionen zu Robert Schumann in der Kunst“, Kunstsammlungen Zwickau
  • 2009      „Ohne Uns. Zur Kunst und alternativen Kultur in Dresden vor und nach ’89“ www.ohne-uns-dresden.de
  • 2008      „Irmtraud Morgner Lesen“, Stadtbibliothek Chemnitz
  • 2006      public attic / ausgestellter speicher, Stadtmuseum Dresden
Sonstiges:

Vernissage, Mi 15.02.12, 19 Uhr, Motorenhalle
Ausstellungsdauer, 16.02.12-31.03.12
Öffnungszeiten: Di-Fr 16-20 Uhr, Sa 14-18 Uhr

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