Archives for: April 2013

Neuer Kaffee

 

Womöglich hat es schon der/die eine oder andere Studierende auf der Vollversammlung gehört oder auch unabhängig davon bemerkt: Der von einem konventionellen Anbieter betriebene Kaffeeautomat am Standort Güntzstraße wurde ausgetauscht; stattdessen sind jetzt am neuen Apparat fair gehandelte Produkte erhältlich. Geliefert werden sie von der Rösterei Westhoff, die eine Bio-Transfair-Linie in Zusammenarbeit mit Erzeugern in Süd- und Mittelamerika anbietet. Für diejenigen, denen es nicht geläufig sein sollte, sei erläutert, dass Produkte mit dem Fairtrade-Siegel Produktionsstukturen entspringen, die auf gerechteren und direkteren Handelsbeziehungen aufbauen. Kleinbauern wird dabei durch Fairtradestandards ein Mindestlohn garantiert, sie profitieren von Maßnahmen der sozialen Sicherung, des Arbeitsschutzes und erhalten Mitbestimmungsrechte. Kinder- und Zwangsarbeit sind ausgeschlossen. Dadurch wird langfristig die Stärkung der Binnenwirtschaft in den Erzeugerländern und der Abbau ungerechter Wirtschaftsstrukturen angestrebt. Detailliertere Informationen findet Ihr unter fairtrade-deutschland.de.

 

Und auch die Becher sind besonders fein. Wie schon durch das grüne Blättermuster suggeriert, sind sie speziell umweltfreundlich, da hergestellt aus Bagasse (das ist ein nicht essbares Abfallprodukt aus der Zuckerrohrverarbeitung) und damit ressourcenschonend. Innen überzogen mit PLA-Folie, eine Plastikalternative basierend auf Maisstärke, sind sie überdies theoretisch biologisch abbaubar.

 

Ihr seht, es ist eine vorteilhafte Sache, in die Ihr 20 cent mehr pro Becher investiert. Wenn Euch das Ganze überzeugt wäre es auch möglich, die Automaten an den anderen Hochschulstandorten zu ersetzen. Also konsumiert eifrig!

 

 

offenes FILMPROJEKT

 

 

nosferatu

Liebe Studenten_innen,
anlässlich des Hochschuljubiläum 2014 sind wir eingeladen bei den
15.Schmalfilmtagen Dresden (Januar) 2014 eine Arbeit umzusetzen,
die sich im weitesten Sinne mit dem Filmklassiker
Nosferatu-eine Symphonie des Grauens (1922)
beschäftigt.
Was verbindet die HfBK mit diesem Film? Neben dem bekannten Regisseur
F.W.Murnau stand der Produzent Albin Grau. Grau hatte die künstlerische
Leitung inne, entwarf Kostüme, Dekoration und Werbegrafiken für Nosferatu
und A. Grau hatte vor dem 1.Weltkrieg an der Kunstakademie Dresden studiert.
Es ist angedacht, dass unser Projekt als Eröffnungsprogramm des
3tägigen Filmfestes vorgestellt wird.
Alle, die Lust haben mitzumachen und alle, die gute Ideen haben
sind herzlich willkommen,
Wer Fragen hat, meldet sich bei: roswithama@yahoo.de
Wir würden uns als erstes gemeinsam zum Sommerkino im Mai
treffen und Filme schauen.
Roswitha Maul

rückblickend: vollversammlung

Rückblick: Studentische Vollversammlung am 10. April 2013

Vielen Dank an alle Studierende, die sich die Zeit genommen haben, unserer
Vollversammlung letzten Mittwoch beizuwohnen!

Die Vollversammlung verlief spannend und aus unserer Sicht ergebnisreich,
ungefähr 70 Studierende aus beiden Fachbereichen waren anwesend.

Obwohl der Fokus aus zeitlichen Gründen eher auf dem Informations- denn dem
Diskussionscharakter des Abends lag, wurden einige wichtige Fragen
an-diskutiert und es fanden sich noch um die 20 Studierenden zum Schluss in
Gesprächsgruppen zusammen, um konkret über das Hochschulfreiheitsgesetz,
die Mensa Brühlsche Terasse, das Jubiläum und andere Themen zu sprechen.

Wir vom STURA werden uns der entstandenen Fragen und Probleme in diesem
Semester annehmen und euch wissen lassen, wie sich die Dinge entwickeln.
Besonders begrüßenswert ist es, dass sich Studierende gefunden haben, die
sich selbst einiger Aufgaben annehmen.

Ein Wunsch, der immer wieder aufkam ist der nach mehr Transparenz im hochschulpolitischen Treiben. Es ist zu klären, ob Termine und Protokolle von (öffentlichen) Sitzungen von uns veröffentlicht werden können, zudem soll weiter an der internen Vernetzung der studentischen Vertreter_innen gearbeitet werden um bessere Absprachen zu garantieren. Für eine Verbesserung der Informationslage aller Studierenden wollen wir den blog (sturahfbkdresden.de) weiter ausbauen.Das Referat für Öffentlichkeitsarbeit hat zudem gerade eine Broschüre zur studentischen
Partizipation an der Hochschule veröffentlicht, die beim STURA erhältlich ist
und Auskunft über die Möglichkeiten studentischer Partizipation gibt.
Damit nicht alle Arbeit bei den Studierenden des STURA bleibt gibt es übrigens
nach §24,3 des SHFG die interessante Möglichkeit, beratendes Mitglied des
STURAs zu werden. In diesem Fall sind Gremiensemester möglich, obwohl
Studierende nicht direkt in den STURA gewählt worden sind.

Wir laden alle Studierenden ein, sich an dem politischen Leben in unserer Hochschule zu
beteiligen, sich zu vernetzen, zu engagieren und einzumischen. Wir stehen
jederzeit für Fragen zur Verfügung.
Die hundert Liter Freibier waren übrigens kein Scherz und trugen in jedem Fall
zum kommunikativen Charakter der VV bei.
Wir hoffen euch und alle anderen auch nächstes Semester wieder bei der
Vollversammlung zu sehen!

Eine Frage des Standpunkts: KUNST und POLITIK

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RINGVORLESUNG, SS 2013 – kann Mensch sich als Lehrveranstaltung Kunstgeschichte anerkennen lassen!

Immer mehr drängt sich der Eindruck auf, dass in einer den Automatismen wirtschaftlicher Sachzwänge unterworfenen und um tatsächliche Einflussnahme gebrachten Gesellschaft sich die Rufe nach Engagement und Mitbestimmung reflexhaft mehren. Hatte Kunst lange Zeit irgendwas mit Ästhetik zu tun, ist sie spätestens seit den letzten Berliner Biennalen und der dOCUMENTA (13) eine Frage des Standpunkts. Wurden Kunstwerke früher zumeist nach dem Grad ihrer materialisierten Einzigartigkeit und handwerklichen Raffinesse („Das kann ich auch!“) beurteilt, steht heute die Frage der eindeutigen Botschaft („Was soll uns das sagen?“) im Mittelpunkt.
Klar ist, dass Absicht und Wirkung oft weit auseinander liegen. Dort, wo unter dem Imperativ eines „anything goes“ und unter den Bedingungen automatisierter, von individuellem Verhalten unabhängiger Prozesse die politische Wirkung von Kunst gegen Null tendiert, muss der Fokus stärker auf der Absicht liegen. Die Sehnsucht nach einer Zeit, in der Kunst noch ein Mittel der Rebellion darstellte, führt im Kunstbetrieb der stagnierenden kapitalistischen Gesellschaften zu einem romantisierenden Blick auf die Länder des globalen Südens. Dort kann die individuelle gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit autokratischen Systemen und Diktaturen tatsächlich noch Auslöser von Veränderung sein und für die KünstlerInnen, wie beispielsweise den berühmten Ai Weiwei oder die iranischen Filmemacher Mohammad Nurisad und Dschafar Panahi, nicht selten auch lebensbedrohliche Folgen haben.
Kann es unter den hiesigen Bedingungen einer allem Anschein nach fast unendlichen „repressiven Toleranz“ (Marcuse) überhaupt noch eine emanzipatorische dezidiert politische Kunst geben, oder läuft Kunst mit unmittelbar engagiertem Anspruch eher auf das Gegenteil hinaus? Lässt sich überhaupt noch von einer Trennung von Kunst und Politik, wie sie die Situationistische Internationale aufheben wollte, sprechen? Oder ist unter den Bedingungen von Propaganda, ästhetisierter Politik und politischem Zweckanspruch in den Künsten das autonome, transzendente Kunstwerk, das als Prinzip demzufolge überhaupt nicht im Leben aufgehen kann, längst Geschichte?
Es gibt viele Gründe, die Frage nach Bedingungen, Möglichkeiten und Auswirkungen politisch intendierter wie auch politisch relevanter Kunst sowohl aus einem theoretischen als auch praktischen Blickwinkel zu stellen. Die diesjährige Ringvorlesung der Vernetzung politischer Hochschulgruppen hofft, einige Antworten geben zu können und noch mehr Fragen aufzuwerfen.

Programm

  • 09. April: Über den Fortschritt in der Kunst (Magnus Klaue)
  • 16. April: Eigentum verpflichtet – auch das geistige? Urheberrecht in Zeiten postkreativer Aneignung (Michael Schmelich)
  • 23. April: Die Politisierung der Kunst, heute (Roger Behrens)
  • 30. April: kurzfristiger Ausfall des Referenten, Ersatzveranstaltung ist in Planung
  • 07. Mai: Mit Farbe und Pinsel gegen Tränengas-Granaten – StreetArt in Ägypten (Nabil Yacoub)
  • 14. Mai: „Anarchie ist die höchste Form der Ordnung.“ Ein kuratorisches Experiment zwischen Kunst, Politik und Fiktion (Dietmar Rübel)
  • 28. Mai: „Erst Frieden, dann wieder Liebe“ – Aristophanes´ Lysistrata und andere Beispiele aus dem politischen Theater im antiken Griechenland (Wilm Heinrich)
  • 04. Juni: Einmischung und Autonomie. Zum Verhältnis von Kunst und Politik aus soziologischer Perspektive. (Tino Heim)
  • 11. Juni: Inhalte überwinden! (Martin Sonneborn)
  • 18. Juni: Kritik – Protest – Demontage – Kunst! (Queer-) Feministische Interventionen von Guerilla Girls bis Ad-Busting. (Mirjam Frotscher)
  • 25. Juni: Krise, Kunst und der Wahn der Unmittelbarkeit (Werner Fleischer)
  • 02. Juli: An Leid gewöhnt. Die Kritische Theorie der Kulturindustrie (Marc Grimm)
  • 09.Juli: Des Kaisers neue Kleider – Zensur und Verfolgung von Publizisten im 21. Jahrhundert (Judith Rang)