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Kundgebung am 1. Juli gegen Prekäre Beschäftigungsverhältnisse an sächsischen Kunst- und Musikhochschulen

Studiengebühren für Nicht-EU-Studierende an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.

An der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Leipzig zeigen sich die ersten negativen Auswirkungen des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetztes (SächsHSFG). Die HMT ist gezwungen den §12 Abs. 3 anzuwenden, um Studiengebühren für Nicht-EU-Studierende zu erheben, damit sie die prekären Beschäftigungsverhältnisse ihrer Lehrbeauftragten verbessern kann.

Die Finanzierung der Lehrbeauftragten ist nicht Aufgabe der Studierenden. Auch nicht einer bestimmten Gruppe von Studierenden. Das ist Diskriminierung! Der Freistaat Sachsen muss genügend Mittel bereitstellen, damit eine qualitative Lehre garantiert werden kann. Wie weit soll es noch kommen? Werden in Zukunft alle Hochschule bei finanziellen Defiziten Studiengebühren erheben müssen, weil sie die Freiheit haben diese Einnahmequelle zu nutzen, anstatt mehr Finanzen vom Freistaat Sachsen zu erhalten?

Am Montag, 1. Juli 2013, 10:00 Uhr wird im Sächsischen Landtag der Antrag der SPD-Fraktion zum Thema „Prekäre Beschäftigungssituation von Lehrbeauftragten an Musik- und Kunsthochschulen überwinden“ öffentlich angehört.

Ort:        Sächs. Landtag, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, Dresden

Zeit:       10:00 Uhr

Raum:   Plenarsaal

(für den Zugang zum Landtag ist ein Personalausweis mitzubringen, Voranmeldung ist nicht notwendig)

Damit es nicht so weit kommt, treten wir an, damit die Freiheit nicht zum Zwang wird: Keine Studiengebühren! Nirgendwo! Solidarität mit Nicht-EU-Studierenden an der HMT Leipzig!

Anwesenheits- und Teilnahmelisten an der HfBK

Um die Verwirrung im Hinblick auf den Umgang mit Anwesenheits- und Teilnahmelisten an der HfBK Dresden fürs erste aus der Welt zu schaffen möchten wir im folgenden unsere Position als STURA darlegen.

Zunächst ist prinzipiell zwischen Anwesenheits- und Teilnahmelisten zu unterscheiden. Die Teilnahmelisten, die in manchen Seminaren an der HfBK geführt werden, dienen lediglich zum Beweis, das ein Seminar stattgefunden hat, so zum Beispiel wenn ein Lehrbeauftragter gegenüber dem SMWK nachweist, dass er oder sie seine Arbeit gemacht hat.

Aber zu den Anwesenheitsliste: Die Führung von Anwesenheitslisten zur Ermittlung, ob Studierende regelmäßig Lehrveranstaltungen, Seminaren o. Ä. beigewohnt haben, ist nur auf freiwilliger Basis zulässig. Insbesondere darf der Nachweis einer regelmäßigen Teilnahme von Studierenden an solchen Veranstaltungen nicht zur Voraussetzung einer Zulassung zu Hochschulprüfungen gemacht werden.“ Was Prof. Sabine von Schorlemer, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, hier darlegt (10.12.2009) bedeutet im Klartext, dass Anwesenheit keine Voraussetzung zur Zulassung einer Prüfung sein darf. In unserem Falle bedeutet das, dass Anwesenheitslisten nur im Falle eines „Sitzscheines“ überhaupt gerechtfertigt sind, also wenn keine andere Prüfungsleistung erfolgt (vgl. Kleine Anfrage von der Fraktion DIE LINKE im sächsischen Landtag 5/11230). Auch unsere Prüfungs-oder Studienordnung als Argumentationsgrundlage für Anwesenheitskontrollen ist nicht haltbar. In einem vielzitierten Brief des Prorektors der TU Dresden Lenz vom 12.10.09 heißt es dazu: Das Ergebnis einer über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgenden Dokumentation der individuellen studentischen Anwesenheit in einer Lehrveranstaltung kann über rein studienorganisatorische Aspekte hinaus nur in Ausnahmefällen relevant – im Sinne direkt abgeleiteter Konsequenzen – werden. Alle Eingriffe in die Rechte der Studierenden erfordern eine entsprechende gesetzliche Ermächtigung, die Verankerung in Prüfungsordnungen/Studienordnungen reicht dafür allein nicht aus.“  Unter welchen Umständen die Anwesenheit im Falle eines „Sitzscheins“ bescheinigt wird, liegt übrigens in der Hand de_r Professor_in. Der Deutsche Hochschulverband (DHV) legt den Fakultäten und Fachbereichen nahe, bei Vorlesungen von einer Anwesenheitspflicht abzusehen. „Das universitäre Studium lebt von Eigeninitiative, eigenständigem Denken und Selbstverantwortung„, erläuterte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen, diese Empfehlung.

Generell werden Anwesenheitslisten wohl weder das Lernen um des Lernens willen fördern noch ist anzunehmen, dass eine erhöhte Lernbereitschaft erzwungen werden kann. Auch die Auseinandersetzung mit Inhalten kann eine Anwesenheitsliste nicht gewährleisten. Größere Aufmerksamkeit, aktivere Mitarbeit und verantwortungsbewusstes Lernen fördern Anwesenheitslisten nicht. Auch die auf der homepage der HfBK Dresden hervorgehobene „Individualität des Studierenden“, die im Zentrum stehen soll und die „künstlerische Arbeit als Erkentnissprozess“ dürften wohl kaum durch Maßnahmen wie die Anwesenheitslisten begünstigt werden.

Wir möchten Studierende ermuntern, selbstbestimmt zu studieren, Lehrende immer wieder neu an diese Sachverhalte zu erinnern, damit sie nicht in Vergessenheit geraten und Lehrende ermuntern, eigenverantwortliches Lernen und Studieren zu unterstützen. Zugrunde liegt der immer wiederkehrende Frage nach der Legitimität von Anwesenheitslisten die Frage nach dem „Wie?“ von Lernen und Lehren an der Hochschule. Eine Diskussion über die selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Studieren, Selbstermächtigung und die gesellschaftspolitische Dimension des , in der Praxis der Anwesenheitslisten zu erkennenden Bildungsbegriffs wäre vielleicht die wirklich interessante Frage.

Tagung im Hygienemuseum- Kundgebung 20.6. um 18 Uhr

Eine der wenigen Dresdener Institutionen mit kulturwissenschaftlichem, künstlerischem und zeitgenössischen Profil macht sich unglaubwürdig. Im Folgenden der Aufruf zur Kundgebung:

Der Kapitalismus ist so natürlich wie Polyester 120 Gründe gegen den Kapitalismus und keinen dafür. Speech und Spiel. Immobilienkrise, Banken- und Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, Eurokrise, Ökokrise, Rohstoffkrise, Demokratiekrise … Erschöpfung, Depression, Krankheit, Verarmung und Angst. Eine Krise geht einher mit der nächsten. Kein Wunder, dass sich die Wissenschaft fragt, ob es eventuell mit der aktuellen und global durchgesetzten kapitalistischen Wirtschaftsordnung einen Zusammenhang gibt. Und so veranstaltet das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Lehrstuhl für politische Systeme der TU Dresden zwei Tagungen.Unter dem Titel  KAPITALISMUS/KOMMUNISMUS – GLANZ UND ELEND ZWEIER GESELLSCHAFTSMODELLE boxen beide Gesellschaftsordnungen gegeneinander im Ring der Wissenschaften.

Teil 1 findet vom 20. bis zum 22. Juni 2013 im Hygienemuseum statt. Hier sind mehrere Teufelskerle aufgefordert für den Kapitalismus zu fighten. Zum einen steigt die Alternative für Deutschland, vertreten durch Prof. Ulrich Blum, in den Ring, die nicht Kapitalismus, sondern den Euro und den Wohlfahrtsstaat in Frage stellt. Unter dem Label „mehr Demokratie für Europa“ beschwört die AfD auf der Grundlage realer finanzpolitischer Probleme ein Programm des „survival of the fittest“. Die AfD denkt nur bis zum deutschen Tellerrand. Dass die kapitalistische Produktionsweise die aktuellen Krisen beinhaltet, ist nicht Gegenstand ihres Programms. Verkürzt wird die aktuelle Euro-Politik der Bundesregierung auf einen Zwang zur Gemeinschaftswährung, auf einen Fehler, der sich korrigieren ließe und nicht im Kapitalismus und seiner Logik angelegt wäre. Zum anderen präsentiert sich die so genannte „Soziobiologie“, welche mit Hilfe einer biologistisch gewendeten Evolutionslehre danach fragt, „auf welchen soziobiologischen Dispositionen (…) das Prinzip von Wettbewerb, Konkurrenz und Kooperation“ beruht. Das kapitalistische Denken/ Gesellschaftliche, menschengemachte Zwangsverhältnisse erklärt die Soziobiologie zur menschlichen Natur, und damit als Unabänderliches. Gegen die Evolutionstheoretiker treten die Kritiker des Wachstumszwangs an. Die  Postwachstumsvisionen gewannenin den vergangen Jahren an Einfluss in den Debatten um die Zukunft der westlichen Gesellschaften und ihren Vorstellungen von „Fortschritt“ und „Wohlstand“. Die negativen Begleiterscheinungen des Kapitalismus wie die Überbelastung der Menschen und der Ökosysteme werden kritisiert. Alternativen zum Kapitalismus, Konsum oder zum Einkommenserwerb über prekäre Jobs oder Sozialstaatskassen werden hier bereits diskutiert. Die Kritik am Kapitalismus beginnt für diese Forscher_innen allerdings erst mit seiner sichtbar gewordenen Krise in den Zentren. Appelliert wird an die „Vernunft der Eliten“, die Ordnung umzugestalten, um kein Versinken im Chaos zu riskieren. Außerhalb des Spielfeldes wird allerdings sehr deutlich, dass keineswegs alle an diesem Kapitalismus-Diskurs „partizipieren können“. Die Verelendung in Südosteuropa und in den Regionen jenseits der wirtschaftlichen Zentren zeigt mehr als deutlich, dass der Kapitalismus in seiner Realität Menschen tötet,wie in den Sweatshops in Bangladesch. Den Tod dieser Menschen meint wohl der zynische Begriff der Begleitschäden (vgl. Tagungsankündigung). Neben den realen Lebensumständen und Arbeitsbedingungen wird uns auch noch Eigenoptimierung und Selbstzurichtung abverlangt, die unser Soziales der Marktlogik unterwirft und uns alle zu Gegner_innen im Kampf um Jobs und Anerkennung werden lässt. Nicht als Zuschauer_innen wollen wir diesen „Kampf der Giganten“ begleiten, auch sind wir nicht kritisches oder progressives Beiwerk dieser Tagung. Wir schreien unsere 120 Gründe gegen den Kapitalismus laut heraus! Wir haben keine Lust mehr im Ring zu boxen!

Kommt vorbei!

Donnerstag, 20. Juni, 18 Uhr

Platz vor dem Hygienemuseum

 

 

STURA WAHL/ EINLADUNG ZUM INFOGRILLEN IM HOF DER GÜNTZSTRASSE

Liebe Studierende,

Es ist soweit: Die Wahlen für das Studienjahr 2013/14 stehen an. Wie bereits in unserem Newsletter werwähnt finden die Wahlen für das kommende Jahr nun bereits im laufenden Sommersemester statt.
Grund ist die Möglichkeit einer besseren Übergabe und damit einem guten Start für die neuen Studierenden-Vertreter_innen.

Neben dem Stura werden auch die studentischen Vertreter_innen in den restlichen Gremien – Senat, erweiterter Senat und Fakultätsräte – neu gewählt.

Seämtliche Gremien bieten eine gute Möglichkeit sich aktiv ins Hochschulgeschehn einzumischen. Besonders in Hinblick auf die aktuelle Bildungspolitk Sachsens, aber auch für interne Belange ist eine aktive Studierendenschaft unerlässlich.

Zögert nicht euch Informationen bezüglich der studentischen Aktivitäten an der HfBK Dresden zu besorgen:
Am 20.06. um 18 Uhr wird es ein Infogrillen geben. Getränke und Grills sponsert der Stura.

Falls ihr euch nun entschließt euch/jemanden zur Wahl aufstellen zu lassen:

Bis zum 01.07.2013 müssen die Formulare mit den Wahlvorschlägen(s. Anhang, sie liegen aber auch an den Pforten aus) an einer der drei Pforten abgegeben werdne.

Am 09. und 10.07. finden dann die Wahlen statt.

Weiteres hierzu entnehmt ihr den Aushängen und unserem Blog: sturahfbkdresden.de

Wir hoffen auf rege Beteiligung.

Euer Stura 2012/13

VORTRAG IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG!

Ausgehend von Antonio Gramsci, der Widerstand
als eine revolutionäre Utopie begreift, die durch
einzelne Subjekte in die Gesellschaft getragen wird,
soll am Beispiel der HipHop – Kultur beleuchtet
werden welchen immensen Stellenwert die Produktion
und Rezeption von Kunst zur Herausbildung
von bewusst handelnden Individuen besitzt. Der bewusst
handelnde Mensch reagiert nicht nur, sondern
setzt sich in schöpferischen Prozessen reflexiv und
kreativ mit seiner Umwelt auseinander, dies lässt ihn
nicht legitimierte Herrschaftsverhältnisse erkennen
und ermächtigt ihn dazu, Widerstand auszuüben. Ein
Kunstbegriff der Kunst nicht als einen festgelegten
Kanon von Werken, sondern als eine soziale Praxis
begreift, ist dabei die Grundlage für die Entwicklung
der Idee des Ästhetischen Widerstands.

ACHTUNG AUSSTELLUNG!

plakat

plakatNach der Zusammenarbeit im Rahmen der Ringvorlesung „Eine Frage des Standpunkts – Politische Kunst in Theorie und Paxis“ wagen wir nun den Versuch: Eine Ausstellung, die weniger „Politik oder Kunst“ oder im negativen Sinne „ästhetisierte Politk“ rufen soll. Viel mehr ein Versuch Dinge zusammen zu bringen.

Im Rahmen der Veranstaltungen, erhoffen wir uns den Diskurs über Möglichkeiten die stringenten Kategorien aufzubrechen. Die Ringvorlesung sowie die Ausstellung können Diskussionsgrundlage bieten.