Archives for: Mai 2014

FSR Theaterwissenschaft der Uni Leipzig engagiert sich gegen Kürzungen

Liebe Theater(freunde), liebe Studierende und Dozierende, liebe Kultur(liebhaber_innen)!

Sicher werden einige von Ihnen es bereits wissen – in Sachsen und Sachsen-Anhalt greift momentan ein besorgniserregender Kürzungswahn in Bildung und Kultur um sich. Studiengänge und kulturelle Einrichtungen werden aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Inhalte spielen dabei kaum eine Rolle, stattdessen beruft man sich auf Zahlen, die zum Teil auf falschen Statistiken beruhen (wie der Prognose für Studienanfängerzahlen in Sachsen). Wir, die studentischen Vertreter_innen der Theaterwissenschaft Leipzig wollen etwas dagegen unternehmen! Nachdem Jahrzehnte lang in Bildung investiert, Forschungsstandorte durch harte Arbeit etabliert und Kontakte zu anderen (Kultur-)Einrichtungen, national und international geknüpft wurden, kann nicht alles auf einmal von einer kurzsichtigen und einfallslosen Regierung in den Sand gesetzt werden! In den vergangenen Monaten haben wir versucht, mit öffentlichkeitswirksamen Protesten und Aktionen auf die Missstände aufmerksam zu machen. Jetzt gilt es jedoch, vor allem die Politiker_innen dazu zu bringen, sich mit unserem Problem zu beschäftigen – schließlich sind Ende August Landtagswahlen in Sachsen.

Für den Erhalt unseres Instituts und des Wissensschaftsstandorts Sachsen gibt es eine schriftliche Petition (da Online-Petitionen vom Landtag nicht bearbeitet werden). Diese kann EU-weit unterschrieben werden und unsere Bitte an Sie ist, die im Anhang verfügbare Petition möglichst weit zu verbreiten, an jeder Ihnen möglichen Stelle auszulegen und Unterschriften für den Erhalt der Bildungs- und Kulturlandschaft Sachsens zu sammeln. Wichtig ist dabei, dass die Petition immer inklusive der Beschreibung auf Seite 1 ausgedruckt werden muss, um vom Landtag anerkannt zu werden und, dass die unterschriebenen Listen spätestens Anfang August an die auf der Petition angegebene Adresse zurückgeschickt werden.

Petition

Selbstverständlich ist das nicht unsere einzige Aktion momentan. Sowohl öffentliche Proteste als auch inhaltliche Gespräche mit Politiker_innen und vieles mehr findet momentan in Leipzig statt.

Mehr Informationen dazu finden Sie unter _http://kuerzung.wordpress.com/ <https://3c.gmx.net/mail/client/dereferrer?redirectUrl=http%3A%2F%2Fkuerzung. wordpress.com%2F>_(alternativ auf Facebook: _https://www.facebook.com/kuerzung?fref=ts <https://3c.gmx.net/mail/client/dereferrer?redirectUrl=https%3A%2F%2F www.facebook.com%2Fkuerzung%3Ffref%3Dts>_) oder über unseren Newsletter. Sie wollen in den Verteiler? Schreiben Sie uns eine Mail, Betreff: „Ich will in den Infomailverteiler“!

Feuer gefangen?? Am 25.06. findet in Leipzig eine Großdemonstration gegen die Kürzungen an den Hochschulen statt, wozu wir Sie herzlich einladen! Wenn wir Sie als Unterstützer_in auf dem „Kürzer-Blog“ bekannt machen können, dann teilen Sie uns das bitte mit und senden uns ein entsprechendes Logo oder Ähnliches zu

(siehe: _http://kuerzung.wordpress.com/leipzig/unterstutzer_innen/ <https://3c.gmx.net/mail/client/dereferrer?redirectUrl=http%3A%2F%2Fkuerzung. wordpress.com%2Fleipzig%2Funterstutzer_innen%2F>_).

Wir danken für Ihr Interesse und Engagement für Bildung und Kultur!

Der Fachschaftsrat Theaterwissenschaft Leipzig

RÜCKBLICK Agouti

agouti
Agouti sind die ungleichmäßig, mehrfarbigen Haare von Katzen und Nagern. Der Vortrag von Florian Hüttner (Künstler aus Hamburg und Bad Tölz / florianhuettner.de) hatte eine ähnliche Färbung.
Das Feld zwischen der Selbstorganisation als Gruppe und eigener bildnerischer Arbeit ist es, was mich besonders interessiert: Florian ist Teil der Galerie für Landschaftskunst (http://www.gflk.de/index.php?title=Hauptseite). Till Krause sprach im letzten Jahr bereits über die Idee einer offenen und selbstbestimmten Gruppe. Der Versuch sich ein eigenes Netzwerk im gegenwärtigen Kulturbetrieb zu schaffen, welches weniger das einzelne (Kunst/Künstler_innen) Objekt, als viel mehr einen langwierigen Prozess ins Zentrum der gemeinsamen Arbeit stellt interessierte mich. Die Frage, wie es möglich ist auch damit eine Existenzgrundlage zu schaffen, die nicht auf Kunstding = Ware gründet wurde ebenso wiederholt diskutiert. Der Seminartag stellte sich als gemütliche Runde heraus. Wir besprachen Arbeiten der Teilnehmenden, besuchten Christiane Meneke im fast leeren Kunsthaus und sahen Florians Film über Peter Fend. Fiktion und ein bisschen Utopia, aber was ist schon echt? Es war wirklich schön.

RÜCKBLICK Elena Zanichelli: „Bitte eintreten – Über das Private in der Kunst der 1990er Jahre“

ringvlAm Mittwoch den 07.05. konnten wir im Rahmen der Ringvorlesung an der TU Dresden (Privat, Politisch, Öffentlich) Elena Zanichelli, ihres Zeichens Kunstihistorikerin, Kuratorin und Dozentin u.a. an der UdK Berlin in Dresden begrüßen. In ihrem Vortrag sprach sie anhand von zwei Beispielen über „Rethoriken des Privaten in der Kunst der 1990er“. Sie beschrieb die Ausdifferenzierung einer „mobilen Grenze“ zwischen Privat und Öffentlich als symptomatisch für das Jahrzehnt. Anhand zweier Arbeiten der Künstler_innen Felix Gonzales-Torres und Monica Bonvicini unterstrich sie diese These. Was macht so ein Bild, welches in einen Raum eintreten lässt, der vermeintlich persönlich und damit auch „real“ sein soll? Wie steht das Schieben und Beschreiben des Grenzraums im Zusammenhang mit der feministischen Bewegung? Warum ist es heute so schwer, die Grenze zu sehen bzw. mit ihr zu arbeiten? Gilles Deleuze beschreibt in seinem Text „Zum Stand ästhetischer Freiheit“ den Übergang der Disziplinargesellschaft zur Kontrollgesellschaft. Einst waren es Gruppen von priviligierten Menschen, welche sich im öffentlichen Raum bewegen und damit politische Macht ausüben konnten. Doch wo diese Grenze zwischen öffentlich und häuslich, duch das permanente Streben nach Selbstverwirklichung in einem vermeintlich freiheitlichen und „liberalem“ System ausgehebelt wird wirkt die Macht durch das Individum hindurch. Dezidiert politische Aktivitäten und wirklich private Räume vereinheitlichen sich zu einem schwammigen Brei. Existiert die Grenze, welche Elena Zanichelli als so spannenden Bereich beschrieben hat überhaupt noch? Jede_r kontrolliert sich selbst, immer und überall. Die Bilder der 1990er schienen mir fast schon Geschichte zu sein. (t.s.)

VOLLVERSAMMLUNG

Seid dabei!

Die Vollversammlung findet am Donnerstag, den 22.5.2014 um 17 Uhr im frisch eröffneten Café OHA an der Güntzstrasse statt.

Alle Getränke für 1 €!

Es erwartet euch: Eine große STURA-Sitzung mit euren und unsere Themen!

Bildungsstreik 2014

Studierendenvertreter aus 13 Bundesländern rufen zum Bildungsstreik 2014 auf

Bildunsstreik

 

 

 

 

Auf Einladung des Aktionsbündnisses „Perspektiven gestalten“ trafen sich im April 70 Studierendenvertreter_innen aus 13 Bundesländern in Halle, um gemeinsam über die Zukunft des Hochschulsystems in Deutschland zu sprechen. Alle Beteiligten waren sich einig darüber, dass sie weitere Sparmaßnahmen im Bildungssektor nicht  hinnehmen würden und riefen zu einem bundesweiten Bildungsstreik auf. Im Mai 2014 soll es hierzu deutschlandweit dezentral Aktionen geben. In einer gemeinsamen Resolution sprachen sich die Vertreter u. a. für eine Aufhebung des Kooperationsverbots  aus und forderten die sachgerechte Ausfinanzierung des Hochschulsystems.

Die Resolution gibt es HIER zu lesen.

Wer zur nächsten Demo fahren will, kann das zum Beispiel in Magdeburg tun: http://www.stura-md.de/2014/05/bildungsstreik-2014/

MISCHT MIT! ES GEHT UNS ALLE AN!

 

 

Wir sind wieder da!

Nach ein paar Problemen mit unserem blog sind wir jetzt wieder da und aktuell! Einen neuen Newsletter gibt es auch, außerdem eine Reihe interessanter Termine:

05.05. Einsendeschluss Künstler_innen Bücher (Open Call aus Essen)

07.05. // 16:40 Elena Zanichelli über „Rethoriken des Privaten“ (Ringvorlesung mit der TU Dresden, Hörsaalzentru, Raum 301)

08.05. // 19:00 Gespräch mit Florian Hüttner (http://florianhuettner.de/), Raum 109, Brühlsche Terrasse

09.05. // 10:30 Seminartag mit Florian Hüttner (ggf. Bitte Anmelden)

22.05. // 16:00 Vollversammlung im Café Lager. Kommt Alle!

04.06. // 14:40 ebenfalls Ringvorlesung: Frau Prof. Uppenkamp über den Park fiction in Hamburg (Ort s. oben)

Ringvorlesung POLITISCH ÖFFENTLICH PRIVAT – Individuum und Gesellschaft zwischen Gewalt und Selbstkontrolle

privatepolitischflyer
HSZ/ 301/ U
Mittwochs 16.40Uhr
Beginn 09.04.2014
Das Leben auf Facebook, die Freizeit im Betrieb und irgendwo dazwischen noch parlamentarisch-demokratisch legitimierte Überwachungskameras – auf den ersten Blick scheint die Antwort auf die Frage nach Existenz und Bedeutung öffentlicher und privater Sphäre nur noch in einem kulturpessimistischen Seufzer zu bestehen. Jenseits aller Kontrollmechanismen schicken sich die Menschen von selbst an, sich für das automatische Subjekt des Wirtschaftssystems zu optimieren und alle politischen Zugriffe von Staat und Gesellschaft überflüssig zu machen. Als Alternative werden allzu oft verschiedene kollektivistische Angebote präsentiert, welche die wirtschaftliche durch politische Selbstoptimierung ersetzen. Die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft scheint entgegen ihrer Ideale vom individuellen Glücksstreben sowohl in ihrer materiellen Vollendung als auch in ihrer Aufhebung einer gesellschaftlichen Totalität entgegen zu streben. Das von Hannah Arendt mit dem Blick auf die antike Polis betonte Ideal einer Trennung von Wirtschaft und Politik (zugunsten eines Bereichs transzendenter Öffentlichkeit) ist heute unerreichbarer denn je. Dass sich schließlich hinter der Forderung nach einem jeglichen öffentlichen Zugriff s entzogenen Privatbereich nicht selten ein konservativer Reflex und die damit verbundene Verschleierung privater Herrschaftsmechanismen verbergen, macht die Problemlage nicht einfacher. Angesichts solcher Ambivalenzen mutet mittlerweile schon die Frage nach der Grenze zwischen Öffentlichkeit und Privatheit zweifelhaft an.
Steht also die Forderung nach Privatsphäre der individuellen Emanzipation im Weg, weil sie immer auch bestehende Ungleichheit und Herrschaft durch Unantastbarkeit legitimiert? Oder kann Privatsphäre ohnehin nur als sekundärer Bereich, der durch Öff entlichkeit und politische Entscheidungsfindung erst geformt wird, verstanden werden? Welche Bereiche sollten der politischen Entscheidungsfindung besser entzogen bleiben und existieren überhaupt Bereiche, die dem ursprünglich feministischen Postulat, wonach das Private politisch sei, inhaltlichen Widerspruch leisten können?
Das Thema wirft eine Menge Fragen zu einer besonders in den letzten 50 Jahren häufig thematisierten Problematik auf, zu denen die 8. Ringvorlesung der Vernetzung politischer Hochschulgruppen einige mögliche Antworten und Perspektiven geben könnte. Unterstützt wird die Vernetzung, der neben verschiedenen Hochschulgruppen auch das Referat für Gleichstellungspolitik und das Referat für politische Bildung des Sturas der TU Dresden angehören, in diesem Jahr zum zweiten Mal vom Stura der Hochschule für Bildende Künste. Ebenfalls wird die Ringvorlesung auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft Dr. Tino Heims (Institut für Soziologie) stehen. Da die Veranstaltung speziell für das studium generale konzipiert ist, besteht die Möglichkeit, einen Teilnahmeschein, einen Leistungsschein oder Aquacredits (1 Cr. für Teilnahme, 3 Cr. für Teilnahme und Klausur) zu erlangen. Die Vorlesung steht auch für GasthörerInnen („Seniorenakademie“, „Dresdner Bürger-Universität“, etc.) offen. Der Besuch einzelner Veranstaltungen ist ebenfalls möglich.
 
Referat für politische Bildung der TU Dresden www.stura.tu-dresden.de/referat_politische_bildung
Die Linke.SDS Dresden www.linke-hsg-dresden.de
Amnesty International Hochschulgruppe Dresden www.tu-dresden.de/amnesty
Stura der Hochschule für Bildende Künste sturahfbkdresden.de
Schwule und Lesben an der Uni schlau.stura.tu-dresden.de