Vortrag: (NICHT-) ORTE

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27. Juni, 1900
HfBK Dresden, Güntzstraße 34
Raum 221

Nicht nur öffentliche Plätze, kulturelles Schaffen und soziale Fürsorge werden zunehmend ökonomisiert, auch die ökonomische Bildung selbst sieht sich mit strukturschaffenden Auswirkungen ihres ideologischen Erbes konfrontiert.
Von wem, warum und wie wird ökonomisierte
ökonomische Bildung gedacht und gemacht?
Wie wirkt sie auf unsere Lebensrealitäten?
Wie lässt sich Nicht-Orten kritisch begegnen?
Wie gestaltet man Nicht-Orte um und Orte neu?
Theresa Steffestun berichtet vor dem Hintergrund dieser Fragen von ihren Erfahrungen im Netzwerk Plurale Ökonomik und bei der Gründung der Cusanus Hochschule. Es folgt ein moderiertes Gespräch,in dem Erfahrungen und Ideen zur Ortsgestaltung ausgetauscht werden können.

Weiterbildung: LiMA 15

Die linke Medienakademie (LiMA) steht dieses Frühjahr unter dem Titel  „De-fragmentierung“. Im Sinne der studentischen Weiterbildung im Sommer 2015 unterstützen wir Studierende der HfBK, welche an den Bildungsangeboten der LiMA interessiert sind. Wer gerne teilnehmen möchte findet hier weitere Informationen: http://www.linkemedienakademie.de/.

Um das Ticket vom Stura unterstütz zu bekommen schreibt ihr eine Email an: theresamariaschnell@rz.hfbk-dresden.de

P.E.g.d.I.d.A? Nicht mit uns! Vollversammlung am 7.1.15

AN ALLE,
liebe HfBK – Studierende, Verwaltung, Lehrende!

In den vergangenen zwei Monaten haben wir immer wieder Informationen und Statements zu den, in Dresden jeden Montag stattfindenden, „Pegida“-Demonstrationen auf unserem blog veröffentlich. Die sogenannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes machen mit rassistischen, islamophoben, geschichtsrevisionistischen und platten Parolen auf sich aufmerksam, mittlerweile bundesweit.
(Stellungnahme des Sturas unter: http://www.sturahfbkdresden.de/category/politischebildung/)

Der Sprecher der Dresdener Studierendenschaften, einer unserer Vertreter, erhält seit einer Pressekonferenz der TU Dresden im Dezember Morddrohungen, nach der letzten „Pegida“-Demo kam es zu einer Hetzjagd auf Migrant_innen (Quelle: https://www.addn.me/nazis/interview-hetzjagd-auf-migranten-in-dresden/)

Es ist längst Zeit, dass wir auch an der Hochschule überlegen, was zu tun ist.*

Wir, der STURA, laden mit dem Rektorat und dem Kanzler die gesamte Hochschule am Mittwoch, den 07.01.2015, also MORGEN, spontan zu einer Vollversammlung um 17 Uhr im großen Hörsaal an der Güntzstrasse.

*Kommt zahlreich, wehrt euch entschlossen gegen „Pegida“ und jegliche andere menschenverachtenden Ideen!

p.E.g.I.d.A. – wie bitte??

Dresden, 26.12.2014

„Tolerare“ ist lateinisch und heißt so viel wie aushalten, ertragen oder erdulden. Das, was seit Wochen jeden Montag in der Innenstadt Dresdens stattfindet überschreitet für uns die Grenzen des Erträglichen. Dass eine rechte Meinungsmache, wie sie die p.E.g.I.d.A. (Patriotische Bürger gegen die Islamisierung des Abendlandes) – Organisatoren_innen formulieren auf solch breite Zustimmung stößt schockiert uns.

 

Die Forderungen der „patriotischen Bürger_innen“ sind zusammengewürfelt. Sprache und Bilder, welche die „Bewegung“ dem angeblich friedlichen Gefolge anbietet, ist eine beängstigende Mischung aus Verfälschung der Geschichte, Hasspredigt, Emotionalisierung und Verschwörungstheorie. Es werden dort für jede Form von Unzufriedenheit undifferenzierte Erklärungen und Feindbilder entworfen und durchmischt. Das scheinbar positiv formulierte Positionspapier (workupload.com/file/gsSXC0B6) ist unpräzise und beliebig. Die alturistischen Formulierungen des Papiers sind angesichts der sich montaglich in Dresden abspielenden Szenarien unglaubwürdig. Beunruhigend ist, dass sich immer mehr Dresdner_innen irgendwo darin wiederzufinden scheinen. Wo keine klaren Inhalte zu finden sind, ist Platz für Projektionen jeglicher Art. Und letztlich zeichnet die p.E.g.I.d.A. in einem der ethnisch homogensten Teilen dieses Landes das „Monster der Überfremdung“ an die Wand.

 

Als zukünftige Kulturschaffende fragen wir uns, wo und wie in einem derartig gruseligen Klima Ästhetisches wachsen kann. Können Kunst und Kultur noch Fragen stellen, wenn platte Aussagen so laut sind, dass keine Zeit bleibt, eine selbstständige Antwort zu formulieren? Wie kann ein sensibler Umgang mit den uns verfügbaren Medien versucht werden, wenn Sprache, Geschichte und der Kulturbegriff instrumentalisiert werden?

 

Wir finden es gefährlich, dass p.E.g.I.d.A. ein Sammelbecken unzufriedener Bürger_innen wird und sehen eine Gefahr darin, die „Forderungen“ der p.E.g.I.d.A. als solche ernst zu nehmen und oft als „Mitläufer_innen“ bezeichnete Menschen in Schutz zu nehmen bzw. sie zu Opfern zu machen. Es handelt sich hier nicht um Drahtzieher_innen einerseits und Mitläufer_innen andererseits, sondern um eine Gruppe mit grundlegend menschenfeindlichem Konsens. Rassismus und Xenophobie nehmen die unterschiedlichsten Formen an und drücken sich nicht nur in offen sichtbarer Gewalt aus, sondern auch getarnt und durch ein „Wir sind keine Rassisten, aber…“. Dies scheint hier auf besonders fruchtbaren Boden zu fallen. Deshalb ist es uns besonders wichtig, eben nicht Allem irgendwie eine Stimme einzuräumen, sondern sich klar von Rassismus und Nationalchauvinismus abzugrenzen.

 

Wir wollen NICHT ertragen, was sich da all wöchentlich in der Dresdner Innenstadt ergießt! Wir freuen uns auf ein (anti-)internationaleres Dresden und rufen alle Studierenden dazu auf, daran mitzuarbeiten. Rassismus und Xenophobie gilt es zu bekämpfen, besonders dort wo sie im vermeintlich „friedlichen“ und bürgerlichen Gewand daher kommen. Wir hoffen, dass Menschen fähig sind, sich Meinung und Urteil zu bilden und klar Stellung zu beziehen.

Und warum Ungarn?

This is what democracy looks like?

“Arbeit statt Spekulation, gegenseitige Verantwortung statt Liberalismus, Kampf für den Erhalt der nationalen Unabhängigkeit statt Unterwerfung unter die globalen Kräfte, Erziehung der Kinder zu Heimatliebe statt Internationalismus, konsequente, würdevolle Ordnung statt alles duldende Unordnung“ (bpd, 22.05.2014), so definiert Regierungschef Viktor Orbán zum Antritt seiner zweiten Amtszeit die Werte Ungarns. Was nach rechtspopulistischer Meinungsmache klingt ist mehrheitsfähig geworden. Im April diesen Jahres wurde das Koalitionsbündnis aus Orbáns Partei Fidesz und der KDNP wieder gewählt. Während die offen rechte Partei Jobbik („Bewegung für ein bessere Ungarn“) seit geraumer Zeit auf „agressive antisemitische, antiziganistische und übertrieben europafeindliche Rhetorik“ (bpd) verzichtet, findet eben jenes Gedankengut in der angeblich bürgerlich-konservativen Politik Ungarns Anwendung. Die staatliche Gewaltenteilung wird zunehmend und ganz unverhohlen untergraben. Der Regierungskoalition ist es auf Grund ihrer Zweidrittelmehrheit möglich die Verfassung zu ändern (vgl. Die Zeit, 13.10.2014) „Die liberale Demokratie ist am Ende. Sie garantiert den ungarischen Familien keinen Wohlstand und Ungarn keinen Schutz der nationalen Interessen mehr“ (Die Zeit, 30.07.2014). Zwei Beispiele aus der Kulturpolitik machen deutlich, welche Bilder im Ungarn der Zukunft Platz haben sollen: Geschichtsschreibung lässt sich ganz praktisch beeinflussen. Während die Statuen vermeintlicher „kommunistischer Landesverräter“ langsam verschwinden, werden inflationär solche für Miklós Horthy aufgestellt. Selbiger war als ungarisches Staatsoberhaupt zwischen den Weltkriegen mitverantwortlich für die Deportation ungarischer Juden. Die Leitung zentraler Kultureinrichtungen obliegt zunehmend denen, welche mit dem Programm der Fidesz d’accord gehen. Im ungarischen Staatstheater wird es künftig nicht mehr um „Schwuchteln gehen, sondern um Liebe, Ehre und Treue“, ließ der Kulturbeauftragte Kerényi im Sommer 2013 verlauten (vgl. taz, 09.12.2013; Jungle World 02.10.2013).

Quellen:

http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/156390/ungarn-verfassungsaenderung

http://www.bpb.de/mediathek/182641/die-rolle-der-rechtsextremen-jobbik-partei-in-ungarn

http://jungle-world.com/artikel/2013/40/48521.html

http://www.taz.de/!129053/

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/viktor-orban-ungarn-demokratie

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-10/ungarn-kommunalwahl-jobbik-fidesz

Als Bündnis Dresdner Hochschulen möchten wir nicht aufhören zu fragen, wo und wie es möglich ist in schwindenden Freiräumen widerständig zu bleiben. Es soll kein Vergleich gezogen werden, doch die Parolen der PEGIDA und die Tatsache, dass sie seit Wochen im Zentrum dieser Stadt Platz und Anhänger_innen finden, machen deutlich, dass auch in Sachsen ein Blick auf die Verhältnisse immer notwendiger wird.flyer_ungarn flyer_ungarn2

THIS IS WHAT DEMOCRACY LOOKS LIKE?

Eine Veranstaltungsreihe der Vernetzung Dresdner Hochschulen zur kulturpolitischen Situation Kulturschaffender in Ungarn.
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Die studentischen Vertretungen der Dresdener Hochschulen (HfBK, TU, HTW, HfM, ehs, Palucca) laden zu der Veranstaltungsreihe „This is what democracy looks like?- Die Situation Kulturschaffender in Ungarn“ im Dezember 2014 ein. Die Veranstaltungen stehen im Kontext der Kampagne Dresdner Studierendenschaften gegen rechtes Gedankengut. Mit Film, Vortrag, Theaterstück und Gesprächsrunden mit prominenten ungarischen Expert_innen/Gästen soll ein Blick auf die Situation von Kulturschaffenden in Ungarn geworfen werden, die sich seit dem politischen Rechtsruck vor einigen Jahren deutlich verändert hat.
Mittwoch, 10.12.2014, 20:30 Uhr, „Father/APA“ (Ungarn, 1966), Film und Gespräch. 
Technische Universität Dresden, Kino im Kasten, August-Bebel-Strasze 20. 

Donnerstag, 11.12.2014, 19 Uhr, "Arbeiten in Grauzonen", Vortrag und Gespräch 
mit József Mélyi, Künstler und Kunstkritiker Hochschule für Bildende Künste Dresden, 
Brühlsche Terasse, Raum 109.

Freitag, 12.12.2014, 19 Uhr, "Music in the Global Village", Paradeiser Productions,
eine deutsch-ungarischen Netzwerk-Performance. Hochschule für Bildende Künste Dresden, 
Güntzstrasse 34, Labortheater.

Für den Flyer- HIER klicken!

Wir freuen uns auf euch!

Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie

04. bis 27. November 2014

Flyer der Aktionstage

Vom 4. bis 27. November 2014 finden in diesem Jahr zum 6. Mal die Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie in Dresden statt. Wir möchten sowohl Studierende als auch interessierte Gäste herzlich zu den Veranstaltungen einladen.

Seit den ersten Aktionstagen in Dresden 2009 sind aus wenigen Tagen Programm nun ein ganzer Monat voller Veranstaltungen geworden, und auch die Vielfalt ist gestiegen. Die Veranstaltungen sind bis auf die Filmvorführungen des MOVE IT! Festivals grundsätzlich kostenlos. Wir hoffen, dass für alle Interessierten etwas spannendes dabei ist und freuen uns über Feedback.

Neben vielfältigen Vorträgen und Workshops haben wir auch in diesem Jahr wieder ein Kulturprogramm (Lesung, Austellung, Podiumsdiskussion, Dokumentar- und Spielfilme) für euch zusammengestellt. Hier findet ihr den Gesamtüberblick, darunter die Ankündigungstexte zu den einzelnen Terminen. Alternativ könnt ihr euch auf Facebook die Events anschauen und „liken“.

Das Referat Gleichstellung des STURA der TU Dresden

http://www.stura.tu-dresden.de/aktionstage

 

 

Money, money, money- für Kultur?! (Weiterbildungsworkshop)

„Förderung von Kulturprojekten durch die Landeshauptstadt Dresden“

Kunst- und Kulturprojekte wollen finanziert sein. Die Weiterbildung zeigt Wege durch den Finanzierungsdschungel auf. Anhand praktischer Beispiele wird das Dickicht der Förderinstrumentarien durchdrungen. Themen wie Antragsverfahren und Verwaltungsvorschriften werden aufgegriffen. Den thematischen Mittelpunkt der Veranstaltung bildet die Kulturförderung der Stadt Dresden:

Wo kann ich eine Förderung für mein Projekt erhalten? Was muss bei der Antragstellung und Abrechnung berücksichtig werden? Welche Rechten und Pflichten habe ich als Zuwendungsempfänger?

Zudem folgt ein ausführlicher Überblick über die öffentlichen Förderprogramme der Kommunen, der Länder und des Bundes.

Referentinnen: Manja Riemann, Susann Steinert-Fanghänel

Am Samstag, 15.11.2014, 10-16 Uhr um Raum 229 der Güntzstrasse 34

Anmeldung wäre super unter irenemelix@rz.hfbk-dresden.de